Die richtigen Nährstoffe sorgen auf Dauer für einen dichten kräftigen Rasen

Gerade nach diesem extremen Winter fragen sich viele Gartenbesitzer, wie sie ihren Rasen wieder in einen, schönen, grünen Teppich verwandeln können? Oft nehmen nämlich Moos, Wildkräuter oder kahle Stellen überhand. Das Problem ist schnell erkannt: Dem Rasen fehlt der richtige Dünger. Der Gartenfreund ist oft unsicher, denn es gibt viele verschiedene Produkte auf dem Markt. Doch welches hilft dem Rasen wirklich?

Ute Matthies, die mit ihrem Mann Cord rund um Wenzendorf hektarweise Rollrasen produziert, kennt sich auch mit Dünger bestens aus. Denn wenn Rasen von der Rolle erst einmal liegt, wird er genauso behandelt, wie herkömmlicher Rasen. Er muss gemäht, gewässert und „gefüttert“ werden. Dazu erklärt Ute Matthies, es gibt rein mineralischen Dünger (bekanntester Vertreter ist Blaukorn), die sich durch eine schnelle Wirkung auszeichnen. Sie wirken bereits nach zwei bis fünf Tagen, aber nach zwei bis drei Wochen nimmt die Wirkung schnell wieder ab. Das Erscheinungsbild des Rasens wird dadurch nicht langfristig verbessert. Außerdem lauert die Gefahr der Überdosierungen, die eine Verbrennung der Rasenflächen herbeiführen kann.

Organische wirken durch die Umwandlung organischer Stoffe zu Nährstoffen wie Treber, Melasse, sterilisierten Hühnerdung oder Hornspäne. Sie wirken erst nach längerer Zeit und geben die Nährstoffe langsam ab, da die Nährstofflieferung erst nach der Umsetzung durch die Bodenorganismen erfolgen kann. Rasenflächen, die rein organisch gedüngt werden (die meisten Langzeitdünger), sind oft latent hungrig und nährstoffarm, was zur Moosbildung  führt. Organischer Dünger verbessert aber auf Dauer die natürliche Bodenfruchtbarkeit.

Fazit: Der mineralische Dünger wirkt nur kurz- der organische Dünger nur langfristig, was liegt da näher, als ein Mischprodukt? Daher plädiert Expertin Ute Matthies für einen organisch-mineralischen Mehrnährstoffdünger, er wirkt durch den mineralischen Anteil sofort und durch den organischen  Anteil erzielt er eine gewisse Langzeitwirkung, die ca. 8 Wochen betragen kann. Die Anwendung ist einfach, Verbrennungen sind kaum möglich. Sie reichen durch die mitgelieferte Organik das Bodenleben an und sorgen nachhaltig für fruchtbare Böden.

Wann und wie oft düngt man?

Die erste „Fütterung“ mit einem organisch-mineralischen Mehrnährstoffdünger, kann schon Anfang März erfolgen, denn der Rasen nimmt ab einer Bodentemperatur von 8 C° die Nährstoffe auf. Um Luft an die Rasenwurzel zu bekommen und abgestorbenes Gras zu entfernen, sollte man ihn vorweg mit der Laubharke aufharken.

Je eher gedüngt wird, umso schneller bekommen die Gräser Farbe, Struktur und Vitalität. Man spart sich dadurch oftmals das Vertikutieren.

Damit die Gräser über das ganze Jahr eine gleichbleibende Nährstoffversorgung erhalten, sind vier bis fünf Düngergaben (die letzte Anfang Oktober) im Jahr empfohlen. Dann übersteht der Rasen auch so strenge Winter wie in diesem Jahr mit Schneeschimmelbefall leichter.

Wenn man vertikutiert, sollte man unbedingt vorher düngen. Zum Einen werden Rasenpflanzen, die ohnehin hungrig sind, verletzt und Blatt- und Wurzelmasse zerstört, zum Anderen werden regelrechte „Landebahnen“ für Unkrautsamen geschaffen (etwa für Löwenzahn). Auf Dauer spart man sich durch die fachgerechte Düngung das Vertikutieren, denn Moos wächst nur dort, wo Nährstoffmangel ist.

Und nun noch ein Wort zum Kleingedruckten, zur Zusammensetzung des Düngers, die auf jedem Etikett angegeben ist:

Stickstoff (N) ist wie ein Motor. Er aktiviert das Wachstum der Rasengräser und sorgt für kräftige Blattbildung sowie für eine dichte sattgrüne Grasnarbe. Phosphor (P) stärkt das Wurzelwachstum. Kalium (K) braucht der Rasen, um auf Dauer gegen Krankheiten, Trockenheit und Frostschäden gestärkt zu sein. Eisen und Magnesium (MgO) tragen konstant zur satten Grünfärbung bei. Schwefel (S) hemmt den Pilzbefall.

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